Ob die PV-Module in oder besser auf das Dach sollen, ist von verschiedenen Faktoren abhängig.

Aus ästhetischer Sicht spricht viel für direkt ins Dach integrierte Solaranlagen. Das Gebäude erscheint aus einem Guss und verschmelzt zu einer Einheit, die zudem kritische Stimmen eher verstummen lassen. Indachanlagen kommen vor allem bei Neubauten oder bei Dachsanierungen zum Handkuss, allerdings nur ab einer bestimmten Dachneigung. Obwohl dabei Kosten für die konventionelle Dacheindeckung eingespart werden können, sind diese Anlagen in der Regel unter dem Strich teurer als die auf bestehenden Dächern installierten Aufdachanlagen. Es braucht mehr Planung, eventuell einen Architekten und oft sind doch noch Zusatzarbeiten beim Dachaufbau – unter anderem für die Hinterlüftung – oder bei den Abschlüssen nötig. Dazu sind die meistens rahmenlosen Module eher teurer. Und das wird künftig nicht besser, auch weil der Trend weltweit klar in Richtung grössere Module geht. Optimiert für aufgeständerte Anlagen auf grossen Flachdächern oder im Freiland.

Indachanlagen passen besser ins Ortsbild.

Nur ein Nischenmarkt

Diese künftigen Module sind zu gross für die «kleinen» Indachanlagen auf Schweizer Eigenheimen. Global betrachtet bewegen sie sich schon heute anteilsmässig vermutlich eher im Promille-Bereich und werden in Zukunft noch mehr zur Nische in wohlhabenden Ländern. Im Gegensatz zu integrierten Solaranlagen, die auch Funktionen in der Gebäudehülle übernehmen, bilden Aufdachanlagen mehr oder weniger ein eigenständiges Element. Eigentlich muss nur sichergestellt werden, dass das Dach darunter nicht beschädigt wird. Und natürlich muss es mit der ganzen Statik zusammenpassen. Berühmt berüchtigt sind auf Leistung «maximierte» schnell installierte PV-Module (siehe Bild zuoberst), die zu einem unansehnlichen Flickenteppich um Kamine und Dachfenster herumführen. Das ist dann eher schlecht für das Image von Solaranlagen. Bei einer vernünftigen Planung sind aber durchaus ans Ortsbild gut angepasste Aufdach-Lösungen möglich.

Aufdachanlagen lassen sich auch ästhetisch ansprechend auf einem Gebäude installieren.

Schwieriger Ersatz bei Indachanlagen

Ich selbst habe mich im Rahmen der Dachsanierung für eine Indach-Lösung entschieden. Es sieht toll aus und funktioniert gut. Allerdings gibt es nicht nur finanzielle Gründe, die gegen die integrierten Module sprechen. So könnte es langfristig schwieriger werden, defekte Module im doch ziemlich fixen Indach zu ersetzen, auch weil diese möglicherweise gar nicht mehr zur Verfügung stehen werden. Bei einer Aufdachanlage hingegen können Reparaturen einfacher vorgenommen werden und es besteht deutlich mehr Flexibilität bei Modulen mit anderen Formaten. Diese Faktoren sollten deshalb bei der Planung einer neuen Anlage unbedingt in die Überlegungen miteinbezogen werden.

2 Gedanken zu „Indach oder Aufdach?“
  1. Sehr geehrte Damen und Herren
    Unser Dach ist 35 Jahre alt. Mit 14 cm isoliert, sehr gut Wärmegedämmt, innen mit Holzverkleidet und in einwandfreiem Zustand.
    Wir haben eine Offerte für eine Aufdachanlage vorliegend 71 m2 / 41 Module / 15`580 kWh Jahresertrag
    Ein Miteigentümer will eine Indachanlage bauen.
    Die anderen STWEG Mitglieder im Haus sind der Meinung, dass das Dach in einwandfreiem Zustand ist und nicht saniert werden muss.

    WAS RATEN SIE UNS
    Freundliche Grüsse
    Toni Mathis
    Panoramastrasse 3
    6373 Ennetbürgen

    1. Guten Tag Herr Mathis
      Wenn das Dach in einem guten Zustand ist, drängt sich eine Aufdachanlage auf. Das ist in der Regel ja auch günstiger. Man kann die Module ja so installieren, dass sie auch ästhetischen Ansprüchen genügen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert