Schnee bedecktes Solardach.

Schnee und Kälte sind kein Problem für Solarmodule. Die Schneemassen zu entfernen lohnt sich nur in den wenigsten Fällen. Zudem sollten Solaranlagen wenn möglich mit einem Scheefang ausgestattet sein.

In den Wintermonaten befindet sich die Solaranlage hierzulande in einer Art Ruhemodus. Die Tage sind nämlich kürzer, die Sonnenstände tiefer und die Solarstromerträge fallen naturgemäss deutlich geringer aus als in den Sommermonaten. Wehe, wenn dann noch Frau Holle vorbeischaut. Liegt eine Schneeschicht auf den Modulen, dringt kaum mehr Licht bis zu den Modulen durch und die Stromproduktion kommt praktisch zum Erliegen. Es gibt Leute, die in solchen Situationen zu Leiter und Schneeschaufel greifen. Davon wird allerdings dringend abgeraten, weil die Unfallgefahr gerade in frostigen Zeiten besonders hoch ist. Der wirtschaftliche Nutzen ist dabei sowieso oft bescheiden. Und das Gewicht des Schnees ist in normalen Wintern kein Problem und wird bei der Anlagen-Planung berücksichtigt.

Manuelle Schneeentfernung bringt wenig

Wer es trotzdem nicht lassen kann, sollte dies mit einer Teleskopstange von einem sicheren Ort aus machen, beispielsweise durch ein Dachfenster. Die Verwendung der Schneeschaufel ist tabu, da die Module schnell zerkratzt werden könnten. In der Regel ist die manuelle Schneeentfernung vom Solardach aber gar nicht nötig. Bei geneigten Dächern kommt der Schnee schnell ins Rutschen, sobald nur ein paar Sonnenstrahlen auf die Winterlandschaft fallen und sich die Module beginnen zu erwärmen. Zum Problem werden hier eher die plötzlich herabstürzenden Schneemassen, falls Schneefanggitter fehlen. Etwas schwieriger wird es auf Flachdächern mit weniger geneigten Modulen.

Schnee bedecktes Solardach.
Fehlt der Schneefang, rutscht der Schnee unkontrolliert herunter.

Anders bei alpinen Solaranlagen

Bei grösseren Anlagen lohnt sich hier möglicherweise das Abtauen des Schnees mit Hilfe eines speziellen Rückstrom-Gerätes. Dabei wird der schneebedeckten Modulfläche Strom zugeführt, um die Temperatur dort ein paar Grad zu erhöhen und das Schmelzen in Gang zu bringen. Gerade in Berggebieten zahlt sich das aus, weil dort die Sonnenstrahlen durch die Bergluft weniger stark gefiltert wird als im Unterland und die Solaranlagen bei tiefen Temperaturen effizienter arbeiten. Zudem reflektiert der Schnee in der Umgebung das Sonnenlicht. Alpine Solaranlagen mit steilen aufgestellten Modulen produzieren deshalb im Winter sogar mehr Strom als im Sommer.

Braucht es einen Schneefang?

Aus rechtlichen Gründen sollten Solaranlagen immer mit einer Schneerückhalte-Vorrichtung ausgestattet sein. Was passiert, wenn die Bauherrschaft einen Schneefang ablehnt, obwohl der Planer diesen vorschriftsgemäss offerierte? Wird die Anlage ohne Schneefang gebaut, haftet das Solarunternehmen trotzdem für allfällige Schäden bei Dritten. «Selbst wenn er sich durch eine konkrete Abmahnung der vertraglichen Haftung gegenüber der Bauherrschaft entzogen hat», erklärte der Experte Tamás Szacsvay von der Firma Reech AG in Zizers an der Tagung Solarupdate. Er kennt sich mit Schneerückhalte-Vorrichtungen aus. Er rät deshalb Installateuren in solchen Fällen, auf Schneefängen zu beharren oder den Auftrag abzulehnen. Insbesondere bei grossem Schadenpotenzial. Die Versuchung sei gross, hier Abstriche zu machen, weil Ertragsverluste durch Verschattungen ein Problem sein können. Doch für ihn ist trotzdem klar: «Die Sicherheit hat immer Priorität.»

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