Die Nachhaltigkeit von Solarmodulen steht immer mal wieder in der Kritik.
Der Solarstrom sei doch gar nicht so nachhaltig und umweltfreundlich, wie immer wieder propagiert werde. Kritiker sprechen auch mich immer wieder auf dieses Thema an. Meine Kurzantwort lautet jeweils: Ja, die Herstellung insbesondere der Zellen aus Silizium verbraucht viel Energie. Dass die meisten davon mit chinesischem Kohlenstrom produziert werden, macht es nicht besser. Trotzdem übersteigt der Energieertrag einer Photovoltaik-Anlage den benötigten Energieaufwand für die Produktion und Installation letztlich immer noch um das Mehrfache.
Kohlenstrom soll ersetzt werden
Dauert die Diskussion etwas länger, weise ich auf die in diesem Zusammenhang oft verwendete Energierückzahldauer hin. Bei der in der Schweiz meistens verwendeten monokristallinen Solarmodulen beläuft sich diese – je nachdem mit welchem Strommix man vergleicht –, auf etwas mehr als zwei Jahre. Das zeigt der Schweizer Solarprofessor Christof Bucher in seinem Buch «Photovoltaikanlagen» auf. Nimmt man die CO2-Bilanz als Diskussionsgrundlage, so schneidet der Solarstrom selbst mit chinesischen Modulen immer noch deutlich besser ab, als mit fossilen Energiequellen produzierter Strom. Eine kWh Schweizer Solarstrom weist je nach Technologie unter Berücksichtigung von Faktoren wie Herstellung, Montage und Wechselrichter einen CO2-Ausstoss von 50 bis 100 Gramm auf. Nur Strom aus Wasserkraft, Windenergie und Kernenergie (viele hören das nicht gerne) kommen auf tiefere Werte. Aber: Braunkohle-Strom stösst bis zu 1200 g CO2 pro kWh aus. Und das ist die Grösse, die weltweit immer noch entscheidend ist.
Höhere Wirkungsgrade verkürzen Energierückzahldauer
Ich persönlich habe mich bewusst für das Megaslate-System der Firma 3S Solar Plus entschieden, weil dieses in der Schweiz produziert wird. Aber fair enough: Die in Thun verbauten Wafer kommen vermutlich auch aus China, weil diese ja praktisch nur noch in Fernost produziert werden. Mit der Wahl der Herkunft der Module – Schweiz, Europa oder Asien – kann man aus ökologischer Sicht zwar vermutlich den CO2-Ausstoss der eigenen Anlage tatsächlich etwas optimieren. Zudem gibt es ja noch soziale Überlegungen, so hört man immer wieder, dass die Arbeitsbedingungen in China sagen wir einmal nicht die besten sind. Doch eigentlich wichtiger beim Kaufentscheid für eine Solaranlage ist die Berücksichtigung der Wirkungsgrade, sei es mit besserer Technologie oder der optimalen Ausrichtung der Module. Da die Leistung pro Solarfläche immer höher wird, die Energieaufwände in der Produktion aber in etwa gleich bleiben dürften, wird sich die Energierückzahldauer mittelfristig laufend reduzieren. Kommt das Recycling der ausgedienten Module und auch der Wechselrichter und den dort verwendeten Mineralien in ein paar Jahren erst einmal so richtig in Fahrt, wird sich das Ganze noch einmal verbessern. Und natürlich kann man auch davon träumen, dass die Fabriken in China irgendeinmal mit erneuerbarem Strom betrieben werden.