Die Welt schlittert von einer Krise zur anderen. Diesen trotzen erneuerbare Energien wie die Solarenergie. Kuba entdeckt diese offenbar gerade neu, nachdem sie kein Öl mehr erhalten.
Not macht erfinderisch. Allerdings: Erfinden mussten die Kubanerinnen und Kubaner die Solarmodule nicht. Nachdem ihnen der US-Präsident den Ölhahn abdrehte, soll sich dort nun gemäss einem Artikel in der NZZ am Sonntag gerade ein kleiner Solarboom abspielen. Die Leute würden ihm die Solarpaneele buchstäblich aus der Hand reissen, lässt sich dort ein chinesischer Händler in einem Baumarkt im China-Viertel von Havanna zitieren. Doch eigentlich ist es verwunderlich, dass die Menschen dort nicht schon lange auf Solarenergie setzen: Die Sonne scheint schliesslich oft und es wird nie richtig kalt. Stromfresser wie Heizungen oder Wärmepumpen braucht es also eher nicht. Für ein Elektrofahrzeug, einen Kühlschrank oder eine Kochplatte reichen schon wenige Module aus. Okay, ich war noch nie in Kuba und kenne die Situation vor Ort nicht. Wie kompetent die Autorin bezüglich Solarenergie ist, weiss ich auch nicht. Es müssten eigentlich alles Inselanlagen sein. Wie sonst soll das mit dem maroden Stromnetz funktionieren? Gibt es genügend Fachleute, die solche Anlagen installieren können? Bei allen Unklarheiten zeigt sich aber am Beispiel von Kuba deutlich: Sobald das Öl fehlt oder teurer wird, schwenken die Leute automatisch auf erneuerbare Energien um.
US-Präsident fördert ungewollt den Ausbau der Erneuerbaren
Es würde mich deshalb nicht überraschen, wenn nun auch in der Schweiz das Interesse an Elektroautos wieder steigen würde. Während mein Nachbar für einen Tank mit 30 Litern Benzin über 50 Franken hinblättern muss, kosten mich die gleiche Anzahl Fahrkilometer umgerechnet weniger als zehn Franken. Dank des eigenen Solarstroms. Möglich also, dass der klimafeindliche US-Präsident mit diesem Krieg im Nahen Osten den von ihm so verhassten erneuerbaren Energien zu einem zusätzlichen Schub verhilft. Dazu braucht es keine Subventionstöpfe. Gerade habe ich gelesen, dass die Strompreise wieder anziehen. Auch das hilft dem Ausbau der Solarenergie. Bei mir wird nächstens eine Batterie installiert. Hohe Strompreise verkürzen ihre Amortisationszeit.
Energiekrise hilft den Erneuerbaren
Die aktuelle Krise zeigt, dass Länder, die auf fossilfreie Energieträger setzen, resilienter gegenüber globalen Stürmen auf den Energiemärkten und Unterbrüchen von Lieferketten sind. Thailand beispielsweise produziert seinen Strom vorwiegend mit Gas. Deshalb riefen sie die Bevölkerung als Folge der aktuellen, kriegsbedingten Versorgungsengpässe zum Stromsparen auf. Klimaanlagen beispielsweise sollen auf eine Temperatur von nur noch 26 Grad «kühlen». Die Schweiz ist da in einer formidablen Situation mit ihrem hohen Anteil an Wasserkraft und mittlerweile auch Sonnenenergie. Sind diese Anlagen einmal installiert, bleiben sie für den Rest ihrer Betriebsdauer unabhängig von globalen Störungen. Bleibt allerdings der Verkehr, der in der Schweiz immer noch zapfsäulenorientiert ist. Aber wie oben beschrieben, könnte es nun zum etwas ins Stocken geratenen Ausbau der Ladesäulen-Infrastruktur kommen. An den Reichweiten sollte es mittlerweile nicht mehr scheitern. Und die immer noch höheren Anschaffungskosten für E-Autos sollten eigentlich sinken, weil der entscheidende Kostenfaktor Batterie immer günstiger wird.

