In der Schweiz können Mietende via Genossenschaften in Solarstrom investieren, ohne ein eigenes Dach zu besitzen. Genossenschaften bauen und verwalten Anlagen. Landwirtschaftsbetriebe oder Gewerbetreibende profitieren, indem sie Dächer vermieten oder günstigen Solarstrom beziehen.
Die Solaroffensive in der Schweiz spielt sich primär auf den Dächern der Gebäude ab. Nun sind wir bekanntlich ein Volk von Mietenden. Einige von ihnen würden trotz fehlendem Dach ganz gerne in eine Solarstrom-Anlage investieren. Das können sie dank der zahlreichen Solargenossenschaften, die es in der Schweiz bereits gibt. Es funktioniert so: Mit der Zeichnung von Anteilscheinen wird man zum Mitglied bei einer Solarstromgenossenschaft. Diese finanziert mit dem Kapital neue Solar-Anlagen auf Dächern, welche sie beispielsweise von deren Besitzern mietet. Die Genossenschaft plant und baut die Anlage und übernimmt die Vermarktung des Solarstroms. Aus den Erträgen amortisiert sie wiederum die Anlagen und reinvestiert das Geld. Bei Gewinn erhalten die Genossenschafter in der Regel eine kleine Dividende auf die gezeichneten Anteilscheine ausbezahlt.
Genossenschaften bauen effiziente Anlagen
In den Solargenossenschaften sammelt sich so oft ein beachtliches Kapital an, welches den Bau von grösseren Anlagen ermöglicht. Der Franken ist so eigentlich besser investiert als in einer kleinen, privaten «Liebhaber»-Dachanlage. Diese sind in der Regel pro Kilowatt Leistung teurer. Zudem verfügen lokale Genossenschaften über ein breites Netzwerk, dank dem sich Projekte von verschiedenen Anlagen besser kombinieren lassen. Beispielsweise mit Zusammenschlüssen zum Eigenverbrauch (ZEV), dem virtuellen Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (vZEV) oder einer lokalen Elektrizitätsgemeinschaft (LEG). Genossenschaften bringen potenzielle Solardach-Besitzer eher zusammen und ermöglichen so den Bau von grösseren Anlagen.
Chance für Besitzerinnen und Besitzer von grossen Dächern
Umgekehrt gibt es beispielsweise aber auch Landwirtinnen oder Landwirte oder Gewerbetreibende, die zwar ein geeignetes Dach hätten, es ihnen jedoch am nötigen Geld für eine solche Investition fehlt. Oder solche, die den ganzen administrativen Aufwand mit Behörden, Elektrizitätsversorgern und Baufirmen scheuen. Solargenossenschaften wissen, wie das geht, und übernehmen diese Arbeiten. Sie mieten das Dach für einen fixen Betrag oder verkaufen den auf dem gemieteten Dach produzierten Strom zu einem vereinbarten Preis an den Landwirtschaftsbetrieb zurück. Sein Vorteil: Er hat nichts mit der Finanzierung und Erstellung der Anlage zu tun, kann aber trotzdem den eigenen, oft günstigen Solarstrom beziehen.
In der Schweiz gibt es über 150 Solargenossenschaften. Sie sorgen nicht nur dafür, dass Wertschöpfung in der Region bleibt. Sie stärken indirekt auch das Bewusstsein und die Akzeptanz für erneuerbare Energien.

